Digitaler Kabelanschluss


Ein digitaler Kabelanschluss ist nicht gleich Kabelanschluss. Denn es gibt zwei Arten von Kabelanschlüssen. Zum einen den Kabelanschluss für Mehrnutzer, auch MNV oder Mehrnutzervertrag genannt, der im Normalfall direkt über die Mietnebenkosten abgerechnet wird und auf der anderen Seite den ENV, auch Einzelnutzervertrag genannt, der von jedem Mieter selbst getragen werden muss.

Wird der Kabelanschluss bereits über die Miete eingezogen, dann ist er meistens günstiger als wie wenn der Kabelanschluss direkt vom Mieter an den Kabelanbieter oder Kabelnetzbetreiber bezahlt werden muss. Wahrscheinlich wird der Kabelanschluss bei Ihnen, wie bei den meisten Mietern, direkt über die Mietnebenkosten abgerechnet. Letzteres bemerken Sie spätestens dann, wenn Sie einmal umziehen sollten und der Kabelanschluss entweder entfällt, da bereits in den Mietnebenkosten enthalten, oder wenn dieser auf einmal dazu gebucht werden muss, um TV empfangen zu können.

Allerdings haben Sie dann auch keine Wahlmöglichkeit, diesen entweder zu wählen oder ggf. auch abzuwählen, falls Sie ausschließlich Streamingdienste oder nur Internet Fernsehen nutzen möchten. Für mich persönlich ist sowohl der normale Kabelanschluss, als auch die nach wie vor zusätzlich zu entrichtende GEZ Gebühr für die frei empfangbaren TV Programme, was das Programm Angebot und die Programm Vielfalt angeht, schmerzensgeldpflichtig und als Zwangsabgabe anzusehen.

Sofern Sie den Kabelanschluss direkt an den Vermieter über die Mietnebenkosten bezahlen, dann haben Sie ohnehin keine Wahlmöglichkeit den Kabelanschluss zu wählen oder abzuwählen. Es sei denn Ihr Vermieter stellt seine TV Anlage auf Satellitenempfang um oder kündigt seinen bestehenden Kabelnetzvertrag mit dem Kabelanbieter. Sollten Sie Ihren digitalen Kabelanschluss nicht über die Mietnebenkosten bezahlen, dann haben Sie die Möglichkeit, den Kabelanschluss entweder zu wählen oder auch wenn Sie keine Lust auf die Standard Programme haben, den Kabelanschluss auch abzuwählen.

Und genau auf diese Wahlmöglichkeit haben sich mittlerweile zahlreiche große und kleine Internetanbieter, die auch TV über Kabel anbieten, spezialisiert um Tag für Tag nichts ahnenden Kunden, durch dubiose Firmen, Agenturen, Callcenter, Vertriebspartner, Handelsvertreter ungefragt und teilweise auch ohne vorherigen Kundenkontakt einen digitalen Kabelanschluss hinzubuchen. Um das ganze rechtlich abzusichern, werden allen Kunden entsprechende Auftragsbestätigungen mit einem 14-tägigen Widerrufsrecht, zugeschickt. Kümmert sich der Kunde, der eine solche Auftragsbestätigung erhält, nicht rechtzeitig innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist um einen schriftlichen Widerspruch, dann wird das ganze rechtswirksam und der auf diese Art und Weise hinzugebuchte digitale Kabelnetzvertrag kostenpflichtig.

Nach Verstreichen der 14 tägigen Widerrufsfrist handelt es sich um einen ganz normalen Laufzeitvertrag, mit einer Mindestvertragslaufzeit von durchschnittlich 12 Monaten mit automatischer Vertragsverlängerung bis auf Widerruf, der wie jeder andere Vertrag unter Einhaltung der Kündigunsfrist, schriftlich gekündigt werden kann. Einen wirksamen Schutz gegen eine solche Vorgehensweise gibt es nicht. Erkundigen Sie sich daher rechtzeitig bei Ihrem Internetanbieter oder Kabelnetzbetreiber, um zu erfahren, um welche Vertragsart es sich bei Ihrer Adresse handelt.

Sofern es sich um einen Einzelnutzervertrag handelt und Sie den Kabelanschluss nicht nutzen möchten, da Sie z.B. über Satellit oder über das Internet schauen, dann teilen Sie dies umgehend Ihrem Kabelanbieter mit, damit dieser nicht auf dumme Gedanken kommt. Im Regelfall müssen Sie entsprechende Nachweise vorlegen oder beibringen, insbesondere dann, wenn Sie das TV Signal über Satellit nutzen möchten. Alternativ können Sie auch verlangen, dass Ihr Kabelanbieter das TV Signal zum Empfang bei Ihnen in der Wohnung ganz abschaltet und die Kabeldose ggf. verplombt. Sollten Sie trotzdem ungefragt eine weitere Auftragsbestätigung über einen digitalen Kabelanschluss erhalten, dann widersprechen Sie in Ihrem eigenen Interesse bitte rechtzeitig und geben Sie die Angelegenheit zur Wahrung Ihrer Interessen dann am besten an einen Rechtanwalt oder die Verbrauchzentrale ab.

Ein Vorgehen das Sie als Kunde ohnehin des Öfteren in Betracht ziehen sollten. Insbesondere dann, wenn Ihr Internet, Telefon- und Kabelanbieter wieder einmal versucht, Sie hinters Licht zu führen. Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe zum Thema digitaler Kabelanschluss? Dann senden Sie mir gerne eine E-Mail. Die Kontaktdaten entnehmen Sie direkt aus dem Impressum. Haben Sie weitere Fragen zur Telekommunikationsbranche, dann lesen Sie bitte auch meine anderen Kostenlosen Ratgeber. Hier finden Sie Antworten auf viele Fragen, welche Tag für Tag bei Ihrem Telefon- oder Internetanbieter auftreten können und sich nicht nur auf das Thema digitaler Kabelanschluss beziehen.